Informationen zu unserer Pfarrkirche
Informationen zu unserer Pfarrkirche
Die Pfarrkirche "Zum Hl. Laurentius", stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde 1281 erstmals urkundlich erwähnt. Sie soll Teil einer ehemaligen Burg sein und im Dachboden weisen die verhältnismäßig starken Bruchsteinmauern Reste von vermauerten, allseitig angeordneten Lichtscharten auf, die möglicherweise ein einstiges profanes Obergeschoß rekonstruieren lassen. Die Mauerstärke des Chores lässt den ehemaligen Bestand eines Chorturmes möglich erscheinen.
Umgeben ist die Kirche vom Pfarrfriedhof und einer etwa zwei Meter hohen Mauer.
Im Kern ist sie eine romanische Chorquadratkirche mit jüngeren südlichen Zubauten, welche von 1724-1727 umfassend barockisiert wurde.
Bei Restaurierungsarbeiten von 1961-1962, konnten romanische Bauteile freigelegt werden. Ein Fenster und eine Sonnenuhr in der Südmauer und ein möglicherweise sekundäres Nordportal aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. An der Chorwand fand man ein Steinrelief des Kirchenpatrons aus dem 15. Jahrhundert, welches sich jetzt im Eingangsbereich befindet. Die Orgel stammt aus dem 18. Jahrhundert und ist ein Werk von Josef Silberbauer. 1962 schuf Robert Herfert die Seitenaltar- und Kreuzwegbilder. [1][2][3]
| 1281 |
Erste urkundlicher Erwähnung der Kirche (romanischer Bau). Dem Heiligen Laurentius geweiht (Halbrelief im Eingangsbereich). |
| Ende 14. Jhd. | Eigenständige Pfarre unter dem Stockener Patronat. |
| 1645 | Frauenkloster, Kirche und Pfarrhof werden von den Schweden niedergebrannt und der Pfarrer getötet. |
| 1724 - 1727 |
Wiederaufbau der Kirche dank dem Propste von Eggenburg Albrechtsburg. |
| 1752 | Maria Theresia mach auf dem Weg nach Prag Halt im Rodingersdorf, wobei die Leute sie eindringlich um die Wiedereinsetzung eines Pfarrers bitten. |
| 1775 |
Stift Geras erhält das Patronat über die wiedergegründete Pfarre. Barockisierung der Kirche, Aufstellung der Orgel und Gründung der Pfarrkirche. |
| 1868 | Umguss des vorhandenen Zügenglöckleins durch den Horner Glockengießer Heinrich Kohl. |
| 1869 | Neueindeckung von Langhaus und Chor. |
| 1882 | Neueindeckung des Turmes. |
| 1906 - 1907 | Bunte Verglasung der Fenster. |
| 1948 | Bestellung der Mutter Gottes Glocke "Unter deinem Schutz" und der zweiten Glocke welche dem "Heiligen Laurentius" geweiht ist. |
| 1961 - 1962 | Gesamtrestaurierung der Pfarrkirche (Wiederanpassung an romanischen Stil). |
| 1976 | Weihe der dritten Glocke als "Kriegsheimkehrerglocke". |
| 1986 | Neuerliche Innenrenovierung (Altarraum erhält wieder barocke Züge). |
| 1994 | Sanierung der Friedhofsmauer. |
| 1996 | Sanierung der Turmes und Neueindeckung des Kirchendaches (Marktwappen auf der Nordseite des Kirchendaches mit dem Gitterrost des Heiligen Laurentius und dem Pflugrad, rot-weiß-roter Bindenschild auf der südlichen Seite des Kirchendaches). |
| 2010 - 2011 |
Sanierung der Räumlichkeiten für die Paramente und die Friedhofsverwaltung. Zubau und Sanierung des Aufbahrungsraumes. Neugestaltung des Kirchenplatzes. |
| 2014 | Neupflasterung des Kirchenzuganges im Friedhof. |
| 2016 | Teilerneuerung des Regenwasserkanals und Pflasterung der Gänge zwischen den Grabreihen. |
Hl. Laurentius
Der heilige Laurentius von Rom zählt zu den bedeutendsten Märtyrern der frühen Kirche. Er war Diakon von Papst Sixtus II. und lebte im 3. Jahrhundert zur Zeit der Christenverfolgungen im Römischen Reich. Sein Gedenktag wird am 10. August gefeiert.
Nachdem Papst Sixtus II. im Jahr 258 verhaftet und hingerichtet worden war, erhielt Laurentius der Überlieferung nach den Auftrag, den Kirchenschatz Roms an die Armen zu verteilen. Als der Kaiser anschließend die Herausgabe der Schätze der Kirche verlangte, versammelte Laurentius die Armen und Notleidenden und erklärte: „Das sind die wahren Kirchenschätze.“
Wenige Tage später, am 10. August 258, erlitt auch Laurentius den Märtyrertod. Nach der bekannten Überlieferung wurde er auf einem glühenden Rost zu Tode gebracht; historisch ist allerdings auch eine Hinrichtung durch Enthauptung möglich. Seine Gebeine werden in der Basilika San Lorenzo fuori le mura in Rom verehrt.
Die Verehrung des heiligen Laurentius verbreitete sich weit über Rom hinaus. Besonders im deutschsprachigen Raum gewann sie nach dem Sieg Ottos I. über die Ungarn auf dem Lechfeld am 10. August 955 an Bedeutung. Auch im bäuerlichen Brauchtum spielt der Laurentiustag eine wichtige Rolle und gilt als Wetter- und Lostag. Die im August sichtbaren Sternschnuppen werden im Volksmund auch „Laurentiustränen“ genannt.
Laurentius ist Patron zahlreicher Berufsgruppen und Pfarren, darunter Feuerwehren, Köche, Wirte, Bibliothekare und Archivare, aber auch der Pfarre Rodingersdorf. Aufgrund seines überlieferten Martyriums wird er außerdem besonders als Schutzheiliger gegen Feuer angerufen.
[Schauber, Schindler: Heilige und Namenspatrone in Österreich, 1. Aufl., Salzburg: A&M Weltbild 2007.]